Cose da dire #9 – Aspetta & tranquilla
Als wir auf Reise gegangen sind, habe ich mich schon als offenen und entspannten Menschen empfunden. Ich habe mich oft gefragt, warum dieses Gedränge an der Kasse entsteht, warum so viele durch die Fußgängerzonen hetzen und immer schon beim nächsten Schritt sind.
Dann stehe ich in Apulien und höre zum ersten Mal „tranquilla“. Ich soll mich beruhigen? Mich entspannen? Ich bin doch ruhig! (lach).
Und genau da beginnt etwas Interessantes, weil man merkt, dass das eigene Empfinden und das tatsächliche Tempo nicht dasselbe sind.
Und „Tranquilla“ ist hier nicht unhöflich gemeint von wegen "entspann dich mal!", es ist ein freundlicher Hinweis. Alles ist gut und im Fluss - nur du nicht.. :-) Es gibt gerade einfach keinen Grund oder auch keine Möglichkeit mit Schnelligkeit, mehr zu erreichen.
Deshalb heute mal ein paar kurze Gedanken zur eigenen inneren Ruhe und Entspannung.
Ich habe gemerkt, wie ich oft innerlich schon weiter bin, während eigentlich noch etwas läuft. Wie schnell ich reagiere oder Dinge abschließen will obwohl es einfach Zeit braucht und brauchen darf.
Hier wird man immer wieder zurückgeholt. Zurück zu sich selbst. Das Nervensystem kommt runter, der Körper wird ruhiger, Entscheidungen entstehen klarer, weil nicht alles gleichzeitig passiert.
Wir sprechen so oft von Entschleunigung, aber im Alltag zeigt sich, wie selten wir sie wirklich leben. Hier gehört sie einfach dazu. Es ist eine Haltung.
Nach Süditalien zu kommen ist mehr als Sommer, Sonne und gutes Essen, es ist Geschichte, Tradition und eine andere Kultur, eine andere Mentalität. Man bewegt sich anders durch den Tag, Zeit wird anders wahrgenommen und für mich fühlt es sich oft an wie eine andere Zeitrechnung. Eine, die richtig gut tut.
Cose da dire:
Tranquilla / tranquillo.
→ ruhig, entspannt
Tranquilla, va tutto bene.
→ ruhig, alles ist gut
Aspetta.
→ warte
Aspetta un attimo.
→ warte einen Moment
Con calma.
→ mit Ruhe
Piano piano.
→ Schritt für Schritt, ganz in Ruhe
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