Der Weihnachts-Olivenbaum und warum wir nie aufgeben sollten

Veröffentlicht am 1. Dezember 2025 um 18:04

🎄 Die Legende des Weihnachts-Olivenbaums


Es war einmal ein kleines Dorf im Süden –
mit weißen Häusern, steinigen Wegen
und Olivenhainen, die sich bis zum Horizont zogen.

In diesem Dorf lebte ein alter Olivenbauer,
Antonio, still und freundlich,
aber seit Jahren traurig:
Sein einziger Olivenbaum trug keine Früchte mehr.

Die Leute im Dorf sagten:
„Er ist zu alt.“
„Der Boden ist zu trocken.“
„Gib ihn auf.“

Doch Antonio konnte ihn nicht aufgeben.
Er sprach jeden Tag mit ihm,
kehrte die Erde frei,
gab ihm Wasser,
berührte seine Äste,
und sagte immer denselben Satz:

„Non si sa mai. Anche gli alberi hanno un’anima.“
(Man weiß nie. Auch Bäume haben eine Seele.)

Als die Weihnachtsnacht kam, war Antonio allein.
Es gab keine Festtafel, keine Lichter,
nur Stille und der alte Baum.

Er stellte eine kleine Kerze unter die Äste und sagte leise:
„Ich habe nichts zu geben… außer Hoffnung.“

In dieser Nacht, so erzählt man, ging ein warmer Wind durch das Tal.
Nicht stark, nicht laut – wie ein Atemzug.

Am Morgen, noch vor Sonnenaufgang, hörte das Dorf einen Ruf:

„Venite! Venite! Guardate!“
(Kommt! Schaut!)

Der alte Baum war über und über voll mit goldenen Oliven.
So viele, dass die Äste sich neigten. 
Mehr, als der Baum je getragen hatte.

Die Dorfbewohner kamen gelaufen, brachten Körbe, Hände, Schürzen,
und halfen Antonio zu ernten.
Es waren zu viele für einen Mann allein.

Das Öl, das sie daraus pressten, war heller als jedes andere.
Die Menschen sagten:

„È olio di Natale.“
(Es ist Weihnachtsöl.)

Und seitdem erzählt man in vielen Dörfern des Südens:

„Wer niemals die Hoffnung aufgibt,
dessen Baum trägt irgendwann wieder Früchte.“

Und wenn der Wind zur Weihnacht mild weht, sagt man:

„È il vento dell’olivo.“
(Es ist der Wind des Olivenbaums.)

Mögest auch du nie aufgeben. Immer Hoffnung im Herzen haben und an dich und deine Träume glauben.

Von Herzen,

Ariane

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