Kaum hat man die Haustür geöffnet oder den ersten Kaffee bestellt, beginnt sie – die große, verbindende Disziplin des Alltags: das Gespräch über das Wetter. Dafür braucht es keine lange Vorbereitung, keine Fachkenntnis und keine Einladung. :-)
Ein Blick nach oben genügt, und schon entsteht Gemeinschaft.
Jemand schaut in den Himmel und sagt:
„Ist es im Februar immer so kalt?“
“A febbraio fa sempre così freddo?”
„Wann kann man im Meer baden?“
“Quando si può fare il bagno al mare?”
„Warum wird es so früh dunkel?“
“Perché fa buio così presto?”
„Gibt es im Haus keine Heizung?“
“In casa non c’è il riscaldamento?”
„Bleibt das jetzt so?“
“Rimane così?”
„Wird es morgen wärmer?“
“Domani farà più caldo?”
Und schon sind wir mittendrin – im internationalen Wetterdialog.
Der Februar verhält sich erstaunlich zuverlässig. Er ist im Modus "Winter". Das Meer ebenfalls. Es sieht wunderschön aus, klar, ruhig, kraftvoll – und hat im Winter eine Temperatur, die Charakter formt. Baden kann man immer. Die Frage ist nur, wie lange. :-)
Dass es früh dunkel wird, ist kein persönlicher Affront gegen den Abendspaziergang. Die Erde dreht sich. Ganz sachlich. Ganz regelmäßig. Ohne Rücksprache.
Und die Heizung? In Italien heißt sie oft „Pullover“. Oder „Kamin“. Oder „Espresso und Sonne am Mittag“.
Besonders charmant ist die Meerfrage im Januar oder Februar.
„Wann kann man baden?“ Die ehrliche Antwort lautet: Im Sommer fühlt es sich entspannter an.
Das Wetter bleibt bemerkenswert unbeeindruckt von unseren Erwartungen. Es macht einfach weiter. Sonne, Wind, Regen, Wolken. In Apulien genauso wie in Deutschland. Überall.
Vielleicht liegt die Gelassenheit darin, sich einzulassen. Die richtige Jacke zu tragen. Die Sonne zu genießen, wenn sie da ist. Den Wind als Bewegung wahrzunehmen. Den Regen als Teil des Ganzen.
Wetter ist Wetter.
Es ist weder Problem noch Versprechen. Es ist einfach da.
Und wie sagt man so schön:
„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“
“Non esiste brutto tempo, ma solo abbigliamento sbagliato.”
Mit einem Lächeln gesprochen klingt selbst die Wetterfrage plötzlich ganz anders.
Habt Freude. Am besten einfach immer.
Von Herzen,
Ariane
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